builderall



Also, wie ist das jetzt? Sollst du dich jetzt selbst in den Mittelpunkt rücken, oder nicht? Ja und nein. Denn so wie immer geht es um den Ausgangspunkt der Geschichte. Agierst du aus der Angst deines Egos, wird dir der Egoismus nicht guttun. Agierst du aber aus der Fülle deines wahren Selbst, kannst du einfach lieben und tun, was du willst!"


?Je mehr du dich in den Mittelpunkt rückst, desto weiter weg entfernst du dich von dir.?


Wir alle wollen gehört, gesehen und wertgeschätzt werden. So weit, so verständlich.


Wenn wir aber gleichzeitig dieselbe Beachtung anderen verwehren, haben wir bereits einen Argumentationsnotstand.


Dass wir alle ein gewisses Eigeninteresse verfolgen, sollte niemanden wundern. Doch wenn das Ganze zu einer One-Man-Show wird, in der wir von unseren lieben Mitmenschen verlangen, dass sie vor allem unsere Bedürfnisse erfüllen sollen, zeigt das nur, dass unser Ego das Kommando übernommen hat.


Wenn denn auch noch im Alltag alle nach diesem Prinzip vorgehen, dann braucht sich niemand zu wundern, dass Frustration, Ärger, Angst und Wut nicht gerade weniger werden in unserer Welt.


Es ist ja fast schon putzig, wie wir über Kinder sprechen und was sie nicht bereits alles können sollten, während es die Erwachsenen sind, die zur gleichen Zeit kindisches Verhalten auf ein ganz neues Niveau heben bzw. senken.


Es wird dann nur nicht Trotzphase, sondern Weltpolitik genannt. Der Egozentrismus wird zur Individualität, und die anale Phase wird zum Wirtschaftssystem stilisiert.


Unterm Strich bleiben Menschen, die sich selbst in das Zentrum ihres Universums rücken, um sich dann zu wundern, warum sich das alles andere als gut anfühlt, und sie stellen fest, dass sie sich immer weiter von sich entfernen.


Versteh mich nicht falsch. Auch ich bin davon überzeugt, dass du dir selbst viel an Achtsamkeit und Liebe schenken solltest. Aber nicht, um sich an die Wichtigkeit einer Identität zu klammern, sondern um dich von ihr zu befreien.


Denn sobald du der Liebe zu deinem Selbst Raum schenkst, wirst du irgendwann realisieren, dass deine persönliche Freiheit, sich darin findet, die eigene Formidentität zu transzendieren.


Schließlich kann die Liebe in dir nicht anders, als sich bedingungslos zu verschenken und somit zu dienen.


Was für dein Ego wie eine Niederlage daherkommt, wird letztlich zur Befreiung von allen Lasten, die dir die Kultur umgehängt hat.


Und du warst noch nie so sehr du wie in dem Moment, als du dich losgelassen hast.


Dein Wolfgang


PS: Hast du Fragen oder möchtest du etwas mit mir teilen, dann schreib mir einfach unter wolfgang.neigenfind@visionbord.com. Wir können auch gerne ein unverbindliches Gespräch vereinbaren. Ich freue mich darauf, von dir zu hören.