Im heutigen Blogcast schauen wir der zunächst ernüchternden Tatsache ins Auge, dass wir, immer wenn wir leiden, gerade nicht imstande sind, die Realität anzunehmen.
?Leiden ist die Weigerung, Leben zu lernen.?
Wir hören es nicht gerne, als wäre die Nachricht eine schlechte. Schließlich haben wir das Kartenhaus unserer Existenz vor allem auf dem Fundament gebaut, dass Leben Leiden sei.
Sogar Buddha soll so etwas gesagt haben.
Was dann aber mehr als seltsam daherkommt, ist der simple Umstand, dass doch niemand leiden möchte. Darum stellt sich die Frage:
Warum einer Sache hinterherlaufen, die wir eigentlich von uns fernhalten möchten?
Frag mal herum!
Du wirst eine Sammlung von ?Man lebt? über ?Passt schon? bis hin zu ?Es muss ja? vernehmen.
Das Leben wird gemeinhin als schwierig, hart, unfair und nicht gerade glücklich machend überliefert.
Wenn man nun bedenkt, dass es unsere Weigerung ist, das Leben anzunehmen, wie es ist, die unsere Misere verursacht, ist das wie ein existenzieller Treppenwitz.
Es sieht fast danach aus, als kämen wir glücklich in diese Welt, um dann alles daran zu setzen, diesen Zustand zu torpedieren, während wir verzweifelt versuchen, das, was wir gerade anrichten, auf jene Realität zu schieben, die es ohnehin gut mit uns meint.
Kein Wunder, dass uns das Kopfschmerzen bereitet.
Aber ich glaube, jetzt ist Zeit für die Nachricht, die niemand hören will:
Leiden ist die Weigerung, leben zu lernen.
Doch nachdem uns die Ironie nicht gerade fremd ist, sind es gerade jene Momente, die uns in unsere Pein stürzen, die uns die schönsten Lektionen servieren.
Und je größer das Ungemach, desto besser. Denn wenn unser Widerstand gegen die Wirklichkeit am Faktischen zerschellt, weil wir in die Knie gezwungen werden, dann verschafft sich die Realität endlich ein wenig Raum in unserem Sein.
Tja, das bedeutet aber nicht, dass der Schubs ins kalte Wasser tatsächlich der einzige Weg ist, auch wenn es bei den meisten so wirkt.
Du kannst auch bereits jetzt ? ohne Anlass ? damit beginnen, alles, was ist, anzunehmen.
Mit deiner lieben Freundin namens Präsenz kannst du dich beobachten, wie du mit kleinen Störungen, nervigen Abweichungen, mittelgroßen Pannen und schließlich größeren Katastrophen klarkommst.
Indem du dein wahres Selbst dich bei der Hand nehmen lässt,
um dir in allem, was ist,
liebevoll beizustehen.
In Liebe
Dein Wolfgang
PS: Mir ist klar, dass das Maß an Akzeptanz nicht gerade klein ist, das alles anzuerkennen, gerade wenn du dich den Umständen ausgeliefert fühlst, Doch gerade der Status des Opfers oder die Empörung sind genau jene Hindernisse, die deine Heilung blockieren. Wenn du über deine Erlebnisse sprechen möchtest, bin ich gerne für dich da. Schreib mir einfach auf wolfgang.neigenfind@visionbord.com.