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Du bist vergesslich, streitsüchtig oder kennst dich nicht mit technischen Dingen aus? Wer sagt denn, dass solche Eigenschaften auf deine "Schwächen" hindeuten? Vielleicht zeugen sie sogar von deinen Stärken.

In diesem Blogbeitrag will ich dir helfen, einen völlig neuen Blick darauf zu werfen, was wir gemeinhin als "Schwächen" bezeichnen. Vielleicht gelingt es uns sogar, am Ende, all deine Wesenszüge als Stärken zu entdecken.

Der Schwachsinn vom Schwachsein

Interessanterweise offenbart bereits die Definition von "Schwäche" unsere Ambivalenz mit diesem Begriff. Denn einerseits wird "schwach" als "zu wenig" und andererseits als "zu viel" von etwas definiert. Also bist du entweder schwach, weil du etwas nicht genug hast oder kannst, oder du bist schwach, weil du etwas zu viel tust.

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Doch bevor wir uns restlos in Widersprücheverstricken, von denen du in viralen Zeiten ohnehin genug erlebt hast, beschäftigen wir uns lieber mit Interessanterem, wie zum Beispiel der Frage, warum wir überhaupt von so etwas wie "Schwächen" sprechen.

Als privilegierter, weißer Mann ist man ja eher Angriffsfläche, und wenn man schon die Berechtigung hat, etwas zu kritisieren, dann ist es vor allem eben genau das, wofür meine Bevölkerungsgruppe steht, bzw. was wir dem Rest der Welt eingebrockt haben.

Die zum Genitalvergleich

genötigte Gesellschaft

Wir leben nachwievor in einer von männlichen Werten dominierten Welt, voll von Bewertungen und Wettbewerb. Das Ganze scheint ja recht unterhaltsam und lustig zu sein, zumindest wenn du auf der Gewinnerseite bist. Nicht nur Menschen mit der "falschen" Hautfarbe erleben tagtäglich, was es bedeutet, nicht zu entsprechen.

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So werden Frauen gleich pauschal als das "schwache" Geschlecht abqualifiziert, um klarzustellen, wer stärker ist, und wer die größeren Eier in der Hose hat. Und als ob das nicht schon peinlich genug wäre, werden alle männlichen Vergleichsspielchen zum Status Quo der Gesellschaft erhoben. Undalles, was nicht entspricht, wir dementsprechend schlecht bewertet.

Dieses Prinzip wurde demGroßteil der Welt so vehement aufs Auge gedrückt, dass nahtlos fast alle Eltern, Schulen und Regierungen dabei mitmachen. So weit, so primitiv.

Wie deine "Schwächen" entstanden sind

Ja, wir sind alle so brainwashed, dass wir davon ausgehen, dass wir tatsächlich mit einem bunten Repertoire an Unzulänglichkeiten ausgestattet sind. Jene "Schwächen", die du selbst nicht entdeckst, werden dir liebevoll von deinen Eltern beigebracht. So war zum Beispiel Eva Longorias Mutter felsenfestvon der Unansehnlichkeit ihrer Tochter überzeugt, was sie ihr auch bei jeder Gelegenheit mitteilte. Das führte dazu, dass Eva eigens einen Schönheitswettbewerb gewann, um ihr zu zeigen, dass es auch eine andere Wahrnehmung geben kann.

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Was von deinen Eltern übersehen wird, finden sicher deine Freunde, oder die Schule. In irgendeinem Fach hast du ja wahrscheinlich eine "Schwäche". Und solltest du zu der seltenen Spezies gehören, die in allen Gegenständen brilliert, dann hast du vielleicht ja ein soziales Defizit.

Letztendlich wirst du meist auch noch dazu angehalten, deine angeblichen "Schwächen" auszubügeln. Wenn du dann in die Welt entlassen wirst, weißt du vor allem eines nicht, nämlich, was deine Stärken sind, was dich wirklich interessiert.

Mach dich stark für deine "Schwächen"

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Diese Vorgehensweise dürfte sich in den letzten Jahrzehnten kaum geändert haben. So, wie ich und meine Freunde bereits vor 30 Jahren nicht genau wussten, was unsere Mission, unsere Berufung war, als wir die Schule beendet hatten,so sind auch heute die meisten jungen Menschen ratlos, weil sie sie sich kaum ihrer Stärken bewusst sind.

Denn selbst die Dinge, die dir Freude bereitet haben, fühlen sich dank fragwürdigem Feedback, nicht mehr richtig an. So wurden mir zum Beispiel sämtliche meiner Leidenschaften in Sachen Schreiben, Musik und Zeichnen, fast von der Schule ausgetrieben.

Also, sieh es mal so: Was, wenn deine Schwächen, denn eigentlich gar keine sind?

Du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten, deine "Schwächen" neu zu interpretieren:

oder

Mach dich stark!

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Die erste Methode besteht also darin, deine "Schwächen" völlig neu zu lesen. Wenn du zum Beispiel ständig gesagt bekommst, dass etwas nicht deine Stärke ist, dann ist es ja möglicherweise ein Versuch deiner Intuition, dir mitzuteilen, dass du dich für diese Sache gar nicht interessierst, und damit nicht deine Zeit verschwenden sollst. Es ist so wie in dem Hollywood Film "Er steht einfach nicht auf dich". Anders gesagt: Du bist natürlich intelligent genug, es interessiert dich nur einfach nicht. Womit wir einmal mehr belegt haben, warum Schule nicht funktioniert.

Diese Fähigkeit, zu spüren, was du willst, was deine Leidenschaft ist, sehe ich eindeutig als Stärke an. Dass die Gesellschaft dir permanent etwas anderes einreden will, und dir ständig etwas in den Hals stopfen will, das dir nicht bekommt, dafür kannst du nichts.

Ein anderes Beispiel gefällig? So sind für mich Menschen, die oft als vergesslich abgestempelt werden, nur ein wunderbares Vorbild, wenn es darum geht, im Moment zu leben.

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Ich selbst wurde seit meiner Kindheit immer wieder als naiver Träumer mit dem Hang, emotional zu sein, gesehen. Mittlerweile habe ich verstanden, dass ich vielmehr ein liebevoller Optimist bin, der das Gute in den Menschen sieht, und der sich dabei nicht scheut, seine feminine Seite zu zeigen.

Wie steht es mit dir? Liste einfach einmal all deine angeblichen "Schwächen" auf und verwandle sie in Stärken. Du wirst staunen. Gleichzeitig wird diese Methode einen Prozess in Gang setzen, der dir hilft, dich in einem völlig anderen Licht zu sehen.

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Auch die zweite Herangehensweise, deine "Schwächen" gar nicht zu akzeptieren, wird dich selbst überraschen. Du wirst nämlich bemerken, dass du grundsätzlich zu allem fähig bist, das andere auch schon getan haben.

Die einzigen Fragen, die sich dir stellen werden, lauten: "Ist es mir wichtig genug?" und "Wieviel Zeit und Energie möchte ich für diese Leidenschaft aufbringen?"

Ich bin davon überzeugt, dass wir alle zu viel mehr fähig sind, als wir uns normalerweise zutrauen. Es gibt unzählige Beispiele von Menschen, die die ihnen von außen auferlegten Grenzen, einfach durchbrochen haben. So studierte zum Beispiel ein gelernter Mechaniker mit mir an der Universität, weil er einen anderen Weg einschlagen wollte.

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Es gibt 70jährige, die eine Laufkarriere starten, um dann sogar Ultramarathons zu bewältigen. Und selbst wenn du nicht Rekorde brichst, kannst du über dich selbst hinauswachsen.

Du spürst nämlich sofort, wenn du deine Leidenschaft gefunden hast, wenn dich der Flow packt. Dann wirst du zum Pinguin im Wasser, der an Eleganzund Wendigkeit nicht zu überbieten ist.

Wie ich jetzt auf den Pinguin komme? Das kann dir Eckart von Hirschhausen erklären, der übrigens auch länger gebraucht hat, sein Ding zu finden. Am besten du schaust dir einfach das Video an:

Du siehst, im Endeffekt geht es darum, nicht auf andere zu hören, die dir irgendetwas von "Schwächen" oder Stärken erzählen wollen. Nur du selbst, kannst wissen, was dich antreibt. Wenn du es schaffst, auf diese Weise bei dir zu bleiben, wirst du nicht nur deine Leidenschaft entdecken, sondern auch realisieren, wie stark du wirklich bist.

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Wie immer, würde es mich freuen, von dir und deinen Erfahrungen zu hören. Schreib mir einfach auf wolfgang.neigenfind@visionbord.com. Außerdem können wir auch gerneeinen unverbiindlichen Gesprächstermin vereinbaren, solltest du das Gefühl haben, dass du Unterstützung dabei brauchst, deinen Weg zu finden. ich freue mich auf dich.

In Liebe,

dein Wolfgang

PS: Die amerikanische Sängerin und Songwriterin India Ariehat einen ähnlichen Ansatz mit ihrem Weg umzugehen wie ich. Sie teilt einfach jene Texte, die sie sich als Erinnerung und Inspiration schreibt mit der Welt. "Strength, Courage and Wisdom" muss nicht näher erläutert werden. Einfach gut zuhören und wirken lassen.